PyrEnduro – Auf 2 Schwebebalken in den Pyrenäen

Samstag, 29. August:
Die KTM 950 Superenduro R ist selten. Zwischen 2006 und 2009 nur wurden 3000 Exemplare produziert und international verkauft. Denn sie ist mit einem Gewicht von 198kg bei 98PS für die meisten Leute einfach zu viel des Guten. Wer braucht so eine Monsterfräse? MOTORRAD schrieb einst: „Ab 2 Meter Körpergröße und 120 Kilogramm Gewicht wäre die KTM vielleicht ein Spielzeug“. Auf Guido und mich trifft das zu, daher fahren wir in die Pyrenäen zum Spielen.

Vor uns liegen 2 Wochen auf den Superenduros, deren Sitzbänke eher einem Schwebebalken ähneln als einem bequemen Sitzmöbel, auch wenn Guido in einem Anfall von Schwäche seine Sitzbank bequem aufpolstern ließ. Er wollte sich vermutlich den Weg zum Endurologen ersparen. Jedenfalls sind diese Raritäten für die vorgesehenen Strecken der ideale fahrende Untersatz, denn etwa die Hälfte der Reise werden wir auf unbefestigten Wegen verbringen.

Die Vorbereitungen haben schon begonnen, als es draußen wenig einladend war. Einen bunten Plan habe ich wie immer an langen Winterabenden mit viel Hingabe ausgetüftelt.

Ein bunter Plan

Und auch die schon bald 20 Jahre alten Mopeds bedurften noch der Zuwendung: Navi installieren, leistungsstarke Batterie verbauen, Gepäcksystem auswählen, kaufen, ausprobieren, Bremsen machen, Benzinleitung erneuern, Öl und Reifen wechseln, Enduroplast einpacken …. da war so Einiges zu tun.

Pyrpetuum Mobile

Und ein paar Probefahrten waren auch nötig, um festzustellen, dass noch nicht alles so funktioniert wie gewünscht. Beispielsweise sollte beim Batteriewechsel sichergestellt werden, dass auch wirklich ALLE Kabel wieder angeschlossen werden. Älteren Teilnehmern hilft hierbei die Verwendung einer Brille. Die Zündung ist zudem bei längerer Standzeit auszuschalten.

Blick unter den Schwebebalken

Aber jetzt stehen zwei hoffentlich funktionierende Kürbisse im Bus und wir fahren los. Es sind doch etliche Kilometer quer durch Frankreich zurück zu legen, bis wir an den Ausgangspunkt unserer Pyrenäenbefahrung kommen. Mal sehen, wie lange wir brauchen, bis wir ankommen.

Pyr aspera ad Pyrenaeos

Sonntag, 30. August:
Weiter geht’s nach einem kleinen Frühstück im Bäckerei Drive-In in Richtung Süden. Gestern sind wir ziemlich entspannt gefahren, dafür aber nur bis nach Clermont Ferrand gekommen.

Etwas südlich von Toulouse treffen wir Bertrand, einen lieben alten Arbeitskollegen. Bei ihm vor der Haustür können wir den Wagen stehen lassen. Er wird ihn die nächsten 2 Wochen im Blick behalten. Von hier geht es nach einem sehr gemütlichen Beisammensein auf den Motorrädern weiter, erst einmal zur Tankstelle, dann auf einer langen graden Straße zum verwaisten Hotel in Boussens. Hier gibt es einen Pool, der genau zu dem Zeitpunkt schließt, an dem wir verschwitzt ankommen. Zum Ausgleich ist das Hotelrestaurant heute geschlossen. Ok, wir wollen ja in diesen 2 Wochen mit weniger auskommen. Und wenn man dem Getränkeautomaten im Foyer etwas Nachdruck verleiht, dann lässt er sogar ein paar Gratisgetränke raus.

Endlich ein normales Urlaubsbild

Veröffentlicht von MoTranshumance

Born to Ride - Forced to Work

4 Kommentare zu „PyrEnduro – Auf 2 Schwebebalken in den Pyrenäen

  1. Da kann ich euch nur gratulieren und viel Vergnügen wünschen.

    Wir fahren morgen Richtung Picos de Europa, die wir hofentlich am Mittwoch erreichen werden.

    Und dann wird die iberische Halbinsel onroad bereist.

    Zwischendurch schau ich immer wieder bei Transhumance rein, weil ich einfach begeistert von Deiner Schreibe und den Bildern (bewegt und unbewegt) bin sowie neugierig wie’s euch geht und was ihr alles erlebt.

    Kommt’s einfach xund und bereichert von positiven Erfahrungen zurück – irgendwann.

    Maxmoto

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