Salzvermeidung – Eine kurze Winterausfahrt

Der Winter ist wahrlich nicht die beliebteste Jahrszeit bei Motorradfahrern. Den Hochsommer finde ich deutlich schöner. Zwar werden schon seit einem Monat die Tage wieder länger. Jedoch befinden wir uns mitten im Hochwinter. Im Dunkelwinter. Im Schneewinter. Im Coronawinter. Im Zuhauseherumsitzwinter.

Alle wissen: Die Coronalage soll sich ja mit steigenden Temperaturen verbessern. Und für heute hat der Wetterbericht bis zu 13° C angekündigt. Super, das gibt Anlass zur Hoffnung!

Es ist schon verrückt: Noch vor zwei Tagen sind wir im knöcheltiefen Schnee herumgestapft. Doch heute weht ein Hauch von Frühling durch den Stuttgarter Kessel.

Ich trinke meinen Kaffee aus und schwinge mich auf den schwarzen, fliegenden Teppich. Aber ich will nicht weit weg. Mal wieder in Richtung Osten? Ein wenig entschleunigtes Gleiten durch die Landschaft. Ein paar Aussichten genießen, die frische Luft atmen und wieder etwas Freiheit spüren.

Zunächst führt mich der Weg ins Remstal. Genauer gesagt, eigentlich raus aus dem Remstal. In schönen Schwüngen führt die Straße den Berg hinauf.

Tor ins Remstal

Ich befahre die Kurven von Schnait und die Kaiserstraße, dann biege ich nach Baiereck im Nassachtal ab. Dieses hat von den Bewohnern den Namen „Das Tal der Frohen“ bekommen. Ich wüsste nur zu gerne, warum. Denn die Menschen hier waren bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts meist bitter arm. Immerhin, die schmale Straße hier durch lässt sich gut befahren. Irgendwie wirkt dieses Tal auch wie von der Welt vergessen. Vielleicht sind die hier deswegen so froh?

Winterdienst heute nicht benötigt

Im Sommer ist die Zachersmühle in Adelberg ein schönes Ausflugsziel. Hier kann man gut einkehren bei Flammkuchen oder Spätzle und man kann die Esel ansehen. Heute ist hier allerdings nichts davon zu sehen. Stattdessen ist der Straßenrand weiß veredelt. Hier heißt es natürlich, besonders vorsichtig fahren.

Überall auf den großen Straßen ist noch Salz in größeren Mengen liegengeblieben. Das ist schädlich für mein Motorrad. Jetzt hilft nur eines: Die großen Straßen meiden und auf Nebenstrecken ausweichen! Da: Ein Feldweg geht links ab. Fahrzeuge mit mehr als 1,6 to Gewicht dürfen hier nicht reinfahren. Ich schon. Auf diese Weise findet man die schönsten Sträßchen und Aussichten. Mit viel Durchgangsverkehr muß man auch nicht rechnen.

Und immer wieder lässt sich heute auch die Sonne sehen. Die Luft ist klar, das Licht schön, die Landschaft weit. In der Ferne sieht man die Klippen des Aufstiegs zur Schwäbischen Alb in der Nähe von Burg Teck. Hier steige ich ab und atme tief durch.

Das ist hier

Den Weinbauern hier wird es offenbar auch im Winter nicht langweilig. Als ich durch die Hügel mit den kahlen Rebstöcken fahre, sehe ich überall die Winzer an ihren Rebstöcken herumwerkeln. Auch sie nutzen die heute milden Temperaturen. Ich vermute, für den Rebschnitt. Ich dagegen nutze die Aussicht für ein Photo, bevor ich wieder auf die Zielgerade nach Hause einbiege.

Ich habe mich für meinen kurzen Ausflug nur in diesem kleinen Bereich zwischen Stuttgart, Schorndorf, Göppingen und Esslingen aufgehalten, doch war ich drei Stunden unterwegs. Das war schön erfrischend. Jetzt kann das Wochenende kommen!

Veröffentlicht von golem1303

Born to Ride - Forced to Work

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