Bank, Baum, Strasse – Bis zum Meer

„Wir alle haben eine Bank, einen Baum, eine Straße / wo wir uns unseren Träumen hingeben / eine zu kurze Kindheit“. Mit diesen Zeilen auf den Lippen trat Severine beim Eurovision Song Contest 1971 in Dublin für Monaco an – und gewann! Ja, das ist lange her. Doch ich bin sogar noch älter als dieses Lied. Und ich weiß: Schönes ist viel schneller vorbei, als man möchte. Das wird für diese Reise wohl auch gelten.

Die Reiselust zieht mich schon seit Januar am Ärmel: „Los, ab nach Süden!“ Na gut. Ich lasse mich ziehen. Also werde ich die Fahrt genießen und fahre erst mal in Ruhe los. Auf den Weg nach Süden werde ich sicherlich so manche Bank, so manchen Baum und so manche Straße sehen.

Donnerstag, 26. März:
Erst mal Kilometer machen. Der Weg in den Süden ist weit, den Schwarzwald und die Vogesen kenne ich schon, also Ohrenstöpsel rein und auf die Autobahn.

Das Wetter ist nicht ganz wie erhofft. Wenigstens bleibt der Pforzheimer Schnee nicht liegen. Und in der Rheinebene zeigt sich bei 7 Grad die Sonne und sogar ein Storch.

In Besançon verlasse ich die Autobahn. Hier schaffe ich es endlich mich daran zu erinnern, dass man den Spot nicht nur einschalten, sondern auch das Tracking aktivieren muss. Nachdem das also erfolgreich funktioniert fahre ich fröhlich am nördlichen Rand des Jura entlang. Die Aussicht in die Ebene ist wunderschön, das wussten auch schon die Erbauer der Schlösser und Klöster, die hier aufgereiht sind. Ich finde wunderschöne Straßen, viele Bäume und sogar eine Bank, auf der es sich lohnt zu verweilen, wenn es mal wieder wärmer ist.

Hier ist schon mal eine Bank

Der Tag neigt sich dem Ende zu, daher kehre ich in Bourg-en-Bresse in ein praktisches Etappenhotel mit benachbarter Pizzeria ein. Passt!

Freitag, 27. März:
Gute Nachricht: Der Wal in der Lübecker Bucht ist frei. Ich bin es auch und kann meinen Reiseplan weiter verfolgen.

Man sagt: „Der Plan ersetzt den Zufall durch den Irrtum.“ Den Plan in Form der Reiseroute hatte ich erstellt, ohne das Wetter zu kennen. Jetzt an diesem Plan festzuhalten wäre ein Irrtum, denn es rollt von Nordwesten ein Regen und Schneegestöber heran. Tja, auch dafür gibt es einen Spruch: „Ein Plan stirbt oft schon beim ersten Feindkontakt“.

Als ich aufstehe scheint die Sonne auf die gefrorene Sitzbank. Ich geh erstmal zum Frühstück und lasse die Sonne ihre Arbeit machen.

Südwärts ist der eingeschlagene Kurs. Ich surfe auf den Serpentinen der Berge der Ardeche oberhalb des Rhonetals. Immer wieder kommt das große, breite Tal in Sicht, im Hintergrund sind die Berge des Vercors zu sehen.

Bank ohne Baum, dafür mit Aussicht

Die Woge trägt mein schwarzes Boot durch Wälder, kleine Dörfer und über so manchen unbekannten Pass. Der höchste ist der Col de l’Oeillon. Von hier geht es rechts ab auf den Mont Pilat. Leider kann ich nicht bis nach oben fahren, da man es hier mit dem Schneeräumen nicht so genau nimmt. Die weißen Zweige an den Bäumen erinnern zwar an die japanische Kirschblüte, die Temperatur spricht aber eine andere Sprache.

Am Mont Pilat

Weiter unten fahre ich an blühenden Rapsfeldern vorbei, damit bin ich wohl dieses Jahr der Erste.

Die schönste Strasse des Tages ist die Route de Tourtel, die sich oberhalb des Flusses Cance durch ein enges, malerisches Tal windet.

Bank. Baum. Straße.

Nun noch der Endspurt zum Hotel, Abendessen, dann hab ich Feierabend.

Samstag, 28. März:
Guten Morgen sagt der Tag zu mir. Es ist schon 9 Uhr, als ich aufstehe. Nach einem ausgiebigen Frühstück fahre ich los. Der erste Stop ist oben am Château de Rochemaure. Das ist schon beeindruckend, wie die Burg da oben über dem Rhonetal thront. Oben gibt’s nur eine Aussicht, aber keine Bank.

Kreuz und quer durch die Cevennen auf Straßen unterschiedlicher Qualität und Güte. Hier und da kann ich die Ardèche bewundern.

Die Fahrt führt über etliche Cols, zum Beispiel Col Du Saint-Alban, wo ich fast ein Wildschwein überfahre, das aber schnell in den Wald flüchten kann.

Balazuc ist in der Liste der schönsten Dörfer Frankreichs gut aufgehoben. Herrlich an den Hang geklebt, mit eigener Brücke über die Ardèche.

Balazuc

Dann kommen wieder ein paar Cols: Grand Châtaignier und der Col D‘Uglas. Hier weist ein Wegweiser die unbefestigte Straße hinauf: Table D‘Orientation. Nach kurzer Fahrt und noch kürzerer steiler Wanderung finde ich den Aussichtspunkt, der tatsächlich mit einer famosen Aussicht, einer Orientierungstafel und einem Mülleimer aufwarten kann. Eine Bank finde ich hier leider nicht.

Hier bin ich richtig

In Saint-Jean Du Gard kehre ich auf dem örtlichen Marktplatz auf einer Bank unter einem Baum ein und suche mir die Unterkunft für die Nacht heraus. Schon von Weitem höre ich ihn. Und da kommt er: Ein Einheimischer auf einem Gefährt, das so alt ist wie laut. Mofa nannten wir das früher. Nur ist dieses Ding viel lauter und wohl auch deutlich schneller als jedes Mofa, das wir in Deutschland kannten. Der Fahrer brettert an mir vorbei über den Fußweg und landet beinahe in der örtlichen Poststelle. Zum Glück können die Stufen, die in die Filiale hineinführen, auch zum Bremsen genutzt werden. Er flitzt rein und kommt nach 30 Sekunden schon wieder raus. Er fragt mich noch nach Feuer für seine selbstgedrehte Zigarette, dann ist er so schnell und lautstark wieder verschwunden, wie er gekommen ist.

Zum Feierabend gönne ich mir noch den Col du Pas où Col des Traverses, dann steuere ich durch das Val-d’Aigoual auf meine originelle Unterkunft zu. Nachdem ich die Rezeption gefunden habe, installiere ich mich in einem kleinen Appartement mit Zugang zu Kartbahn, Minigolf, Schwimmbad und Sportstudio. Es gibt auch ein Restaurant mit Blick auf die Rennstrecke. Jetzt ein Cordon Bleu, 2 Bier und dann gute Nacht.


Sonntag, 29. März:
Für die Planung aussichtsreicher Motorradtouren kann man sich grundsätzlich an den Geheimtipps der Radfahrer (die haben die besten Pässe) und den Paraglidern (die haben die besten Aussichtspunkte) orientieren.

Heute will ich hoch hinaus. Also fahre ich zum Aufwärmen dorthin, wo die Paraglider ihren Spaß haben und es eine weithin sichtbare Radioantenne gibt. Der Weg nach oben ist unbefestigt, aber nicht sehr steil. Klar, sonst kommen ja die Leute, die die technischen Anlagen auf dem Gipfel reparieren, mit ihren Autos nicht zu Ihrem Arbeitsplatz. Oben muss ich meine Handschuhe gut festhalten, sonst werden sie weggeweht. Die Aussicht hier ist überwältigend.

Die Bank ist vermutlich weggeweht

Der Mont Aigoual liegt im Süden der Cevennen und ist mit 1565m der höchste Berg im Département Gard und der zweithöchste der Cevennen, nach dem Mont Lozère. Auf dem Gipfel liegt die letzte bewohnte Wetterstation im Gebirge in Frankreich. Bei klarem Wetter ist es möglich vom Gipfel das Mittelmeer, die Pyrenäen und die Alpen mit dem Gipfel des Mont Blanc zu sehen. Heute ist es klar, daher fahre ich hinauf.

Die Straße ist noch rechts und links von Schnee gesäumt. Der Wind bläst eiskalt aus allen Richtungen. Oben sind kaum Leute und die Station ist geschlossen. Doch vom Blick bin ich überwältigt.

Bei einer Pizza auf dem Marktplatz von Le Vigan wärme ich mich in der Sonne wieder auf. Das tut gut!

Pizzataxi

Eine alte Bahnstrecke ist die bemerkenswerteste Straße des Tages. Man sollte nicht glauben, wie viel Betrieb auf dieser Abkürzung herrscht. Auf wenigen Kilometern kommen mir vier Motorräder entgegen. Die Schienen sind längst abgebaut, aber die Strecke ist schön flach. An einigen Stellen ist der Untergrund etwas weich, ist aber dennoch sehr gut zu fahren.

Nun ist es nicht mehr weit bis in die Unterkunft in Pezenas. In der alten Destillerie war ich schon öfter. Mit den Online Booking Rabatten ist das die beste Wahl um diese Jahreszeit. Noch ein Spaziergang durch das historische Zentrum und einen Absacker, dann ist Feierabend.

Prost!

Montag, 30. März:
Die Sonne scheint, aber mir scheint, dass es hier nicht so bleibt. Im Osten verspricht auch die Wetterprognose angenehmeres Wetter.

Als erstes steuere ich das Wasser an. Das Meer lässt sich vom kräftigen Wind nicht beeindrucken. Es sieht aus, als würde es zum Baden einladen. Doch mir ist es zu kalt. Und besonders der Wind bläst so kräftig aus Norden, dass es mir beinahe die Handschuhe aus dem Topcase weht. Mistral heißt der Wind hier, glaube ich. Schöner Name, man könnte eine Surf-Marke danach benennen. Im Windschatten hinter einer Düne kann ich in Ruhe meine weitere Route planen.

Immer am Wasser entlang nach Nord-Osten, das ist der Weg zur Sonne.

Ich komme durch die Alpilles mit dem interessanten Ort namens Les Baux-Des-Provence. Der Ort wird von einer Burgruine beherrscht, die der Fläche nach eine der größten Frankreichs ist. Und natürlich ist auch dieser Ort in der Liste der schönsten Dörfer Frankreichs (Les plus beaux villages de France) vertreten, was vermutlich dazu beiträgt, dass es hier ziemlich voll ist und sich alle deutschen Touristen ausgerechnet heute dieses Wunder ansehen wollen. Der Ort liegt auf oder inmitten schroffer Felsen, die teilweise merkwürdig grade ausgeschnitten sind. Ob das die Stellen sind, in denen Bauxit abgebaut wurde und das nach diesem Ort benannt wurde?

Les Baux-Des-Provence

Diese Gegend ist recht stark besiedelt, entsprechend ist viel Verkehr und ich bin froh, als ich Bonnieux erreiche. Von hier hat man einen schönen Blick über die Ebene auf den Mont Ventoux, der sich in den Wolken versteckt. Durch den Luberon fahre ich südwärts, endlich wieder ein paar Kurven und 18 Grad. Nur der immer noch sehr kräftige Wind will keine Ruhe geben.

Der Zeitumstellung sei Dank: Es ist schon 17:15, als mir auffällt, dass ich mir noch gar keine Unterkunft für die Nacht ausgesucht habe. Schnell hole ich das noch nach, ich finde ein erstklassiges Hotel mit großem Bett und Verpflegung. Geht doch!


Dienstag, 31. März:
Die Sonne scheint, als ich mich um 8 Uhr aus dem Bett schäle. Heute nochmal das Meer sehen! Und wo könnte man das besser als an der Route Des Crêtes zwischen Cassis und Le Ciotat?

Der Weg dorthin führt über den Col de l’Espigoulier, der mit derart schönen Aussichtspunkten aufwarten kann, das man fast die erfreuliche Streckenführung vergisst. Die Sicht ist hier heute so klar, das man sogar den Montblanc sehen kann.

Mont Ventoux und Montblanc in einem Bild

Blickt man in die andere Richtung, hat man einen phantastischen Blick auf Marseille. Ach, gäbe es doch hier nur eine Bank, man könnte an dieser Straße ewig verweilen!

Marseille

Als ich endlich in Cassis auf die Panoramastraße über den fast 400m hohen Klippen einbiegen will, stehen schon etliche andere Leute hier, die alle etwas gemeinsam haben: Sie ziehen lange Gesichter, denn die Straße ist heute gesperrt. Es ist zu windig. Mmmmmh. Schade. Aber Not macht ja bekanntlich erfinderisch und als ich mich so umsehe, denke ich: Wo kommt man eigentlich hin, wenn man diese Sackgasse da hoch fährt? Ich versuche es und es stellt sich heraus, dass oben bei der Funkanlage eine mindestens ebenso gute Aussicht ist wie an der Route Des Crêtes. Insofern hat die Sperrung auch etwas Gutes, denn sonst wäre ich hier eher nicht hoch gefahren.

Die Funkantenne hat die Übersicht

So, jetzt habe ich das Meer nochmal gesehen, nun kann es wieder nordwärts gehen. Wenn schon die eine Route Des Crêtes geschlossen ist, dann befahre ich wenigstens die andere, die am Grand Canyon des Verdon. Von hier ist es nur ein Katzenwurf bis dahin. Also los!

Wenige Stunden später biege ich hinter La Palud-sur-Verdon auf die bekannte Panoramastraße ab. Hier eröffnen sich abgründige Aussichten. Die sind nichts für Leute mit schwachen Nerven oder mit Höhenangst. Aber die Kamera hat ihren Spaß.

Gorges Du Verdon

5 Minuten später stehe ich an einem gelben Schild mit schwarzer Schrift: Route Barre! Das Schild hängt an einer Absperrung, die die gesamte Straße quert. Scheint ernst gemeint zu sein, auch für mich ist heute hier kein Durchkommen: Bauarbeiten, die Straße wird für den Osteransturm frisch gemacht.

Also fahre ich weiter, über Castellane auf der Route Napoleon bis nach Sisteron. Mal sehen, wohin es mich morgen verschlägt.

Mittwoch, 1. April:
Heute habe ich ein Zimmer mit Dusche, aber ohne Frühstück gebucht. Das ist sehr praktisch, zumindest besser als umgekehrt. Denn wer möchte nach dem Aufstehen schon gerne erst einmal ins Badezimmer fahren? Zum Frühstücken zu fahren ist da schon einfacher. An jedem großen Kreisverkehr in Frankreich findet sich ein guter Bäcker, manche sind Teil einer großen Bäckereikette. Hier gibt es alles, was ich brauche: einen Milchkaffee, Pain Au Chocolat und ein dick belegtes Baguette für die Pause am Wegesrand heute Mittag.

Beim Kaffee draußen in der Sonne komme ich ins Gespräch mit einem netten Motard, der seine Tiger beim benachbarten Triumphhändler abholen will. Er ist Belgier und spricht gut Deutsch, betreibt eine Unterkunft im Tal der Ubaye, wo heute morgen noch -8 Grad herrschten.

Wir verabschieden uns, er fährt zu Triumph und ich Richtung Westen.

Ich befahre die Gorges de la Méouge, als mir ein Schild auffällt: Table D‘Orientation rechts ab. Ok, das ist doch was für mich!

Immer weiter nach oben schraubt sich die schmale Straße durch den Wald. Oben angekommen bin ich dann ziemlich aus dem Häuschen. Auf dem Sommet des Esparons eröffnet sich ein 360 Grad Panorama, das man selten sieht. Die Paraglider kennen diesen Berg, es gibt mehrere Abflugrampen hier oben.

Doch, hier oben steht auch eine Bank

Kalt und windig ist es dennoch hier oben, also wage ich die Abfahrt und steuere über den Pas De Peysson und den Col Saint Jean auf den Col de Perty zu. Der schneebedeckte Mont Ventoux scheint zum Greifen nah.

Ob da oben Bänke stehen?

Weiter über den Col D‘Ey und den Col De La Sausse erreiche ich den Vercors.

Unterwegs entdecke ich eine wunderschöne Sackgasse, eine enge Schlucht namens Gorges D‘Omblèze mit dem pittoresken Wasserfall Chute de la Pissoire, abgesehen vom Namen ein romantischer Ort.

Bank, Baum, Kreuz

Nun geht es in den Endspurt für heute. Über den Col De Bacchus (darf man hier nur betrunken drüber fahren?), vorbei am alten Kloster von Léoncel, durch die Gorges De La Bourne und den jetzt frisch beleuchteten Tunnel von Écouges wieder ins Tal ins Hotel in Voreppe. Das Moped darf in die Garage, das ist sicherer, und ich ins Bett. GuNa!

Donnerstag, 2. April:
Hurra, das Motorrad ist noch da! Ok, es stand ja auch die ganze Nacht in der Garage, aber man hört ja so Einiges über Motorraddiebstahl rund um Grenoble.

Heute gleiches Ritual wie gestern: Erstmal zum Bäcker. Dieser ist einer, der sein Handwerk aus der Bretagne oder jedenfalls aus Nordfrankreich mitgebracht hat. Es gibt einen Milchkaffee, nordfranzösisches Chti-Spezialgebäck, das ich so bis heute noch nie so gesehen oder gegessen habe, und wieder ein belegtes Baguette für später.

Nicht jeder Point Bellevue ist wirklich eine längere Anfahrt wert. Dieser hier ist es zwar schon, aber vom Parkplatz aus muss man noch ein ganzes Stück laufen. Mir ist es heute zu kalt dafür, also kehre ich am Kloster wieder um. Als ich dort wende, kommt mir die Route Forestière, die da von oben aus dem Wald kommt, irgendwie bekannt vor. Ich glaube, ich bin vor ein paar Jahren schon mal, von oben kommend, illegalerweise dort durch gefahren. Heute ist mir hier noch zu kalt und es liegen überall noch Schneefelder herum. Neee, ich lass es.

In tieferen Gefilden ist die Temperatur angenehmer, teilweise sogar zweistellig.

Belvédère Montcusel

Zügig lenke ich meinen Reitwagen über den Col Du Granier in Richtung Chambéry und unter Umgehung etlicher Route Barrees weiter Richtung Lac Du Bourget. Am unbekannten, bei mir beliebten Aussichtspunkt Le Belvédère d’Ontex genieße ich das Pausenbrot und ein Telefonat.

Das Kloster von Hautecomb

Eine Straße, die unbedingt im Sommer nochmal befahren werden möchte ist die Route Des Sapins. Die 42 km lange Straße von Levier nach Champagnole führt durch den Wald und hier gibt es Einiges zu entdecken, beispielsweise den schönsten Baum des Landes, der leider heute an Haarausfall leidet! Hier kann man auf einer Bank Platz nehmen und ihn bewundern. Passt alles perfekt zum Credo dieser Reise.

Der französische Präsident

In Besançon kehre ich in ein Hotel in der Innenstadt ein. Es gibt leider nur sehr wenige Parkplätze im Innenhof. Nach anfänglichem Widerstand erlaubt mir die junge Rezeptionistin, mein erlesenes Spandauer Präzisionskraftrad neben den französischen Aston Martin, den ukrainischen BMW X7 und der deutschen E-Klasse Mercedes direkt vor dem Eingang zu parkieren. „There is always a place!“

Nun noch einen Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt, leckeres Essen beim Thai, dann habe ich fertig.

Freitag, 3. April:
Endspurt nach Hause. Heute scheint noch die Sonne, morgen wird es regnen.

Weder Bänke noch Bäume vor der Tür

Den ersten Kaffee gibt es noch im Zimmer, dann sattle ich mein Pferd und reite los, durch die immer noch verschneiten und vereisten Vogesen und dann auf die Autobahn nach Haus.

Ich bin in dieser Woche auf vielen Straßen gefahren, habe viele Bäume gesehen, und viele Bänke gesehen. Es gibt wirklich viele Bänke. Alte Bänke, neue Bänke, Bänke aus Holz, aus Beton, aus Metall. Bequeme und unbequeme Bänke. Auf allen haben sicher schon viele Leute gesessen, sich vielleicht in ihrer Jugend mit ihren Freunden getroffen, und vermutlich verbinden viele mit einer bestimmten Bank besondere Erlebnisse.

Um 18:45 habe ich meine Heimatbank erreicht. Da sitze ich eigentlich am Liebsten.


„Wherever you may rumble,

Wherever you may roam,

There ain‘t no place,

There ain‘t no place like home“


Wo wollte ich hin? Und wo war ich stattdessen?


Veröffentlicht von MoTranshumance

Born to Ride - Forced to Work

4 Kommentare zu „Bank, Baum, Strasse – Bis zum Meer

    1. Vielen Dank, lieber Achim! Wenn man sich meine anderen Reiseberichte anschaut, stellt man fest, dass da auch viele Straßen und Bäume, insbesondere aber auch viele Bänke zu sehen sind. War mir früher gar nicht so bewusst gewesen. 😀

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